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5. Januar 2014 - Macht Dílis auch mal Pause?

Wir haben wieder einen tollen Bericht von unserer kleinen Dílis bekommen. Und wir sind begeistert, wie unternehmungslustig und lerneifrig die junge Dame ist - und was sie schon alles kennengelernt hat. Sie hält ihre Familie ganz schön auf Trab - aber natürlich macht sie auch mal Pause ;-). Sie kann sich sogar richtig gut entspannen, wie wir unten lesen werden... Wir sind glücklich, dass Dílis es bei ihren Leuten so gut hat und ich bedanke mich bei Iris und Peter für den ausführlichen Bericht und die vielen tollen Beweisfotos! Viel Spaß beim Lesen und Schauen...
Nass2

30.12.2013

Liebe Freunde

Ich hoffe Ihr kennt mich noch, ich habe ja schon so lange nichts mehr von mir hören lassen. Ich bin selbst ganz erstaunt wie klein ich auf den Herbstfotos aussehe und erinnere mich wie froh ich gewesen bin endlich wieder ein vollständiges Gebiss zu haben.

Ich brauche zum Tippen halt die Hilfe meiner Zweibeiner und die waren so sehr beschäftigt in letzter Zeit, sagen irgendwas von Buchhaltung, aber sie haben gar kein Buch vor der Nase sondern sitzen vor dem Computer. Beides total langweilig !

Inzwischen habe ich mich, so wie wohl alle D-chen zum respektablen Hund entwickelt – wir sind ja schon mehr als 7 Monate alt!

Ich bin nach Weihnachten denn auch pünktlich läufig geworden und ich bin schon 12,4 kg schwer und 47 cm hoch und habe einen Brustumfang von 56 cm. Ich weiss das so genau, weil Zweibeiners heute nachgemessen haben wegen der Konfektionsgrösse. Sie meinten ich würde nun nicht mehr gross wachsen und es wäre an der Zeit mir für den Januar eine Wärmejacke zu besorgen, damit ich nicht friere, wenn ich wegen dem tiefen Schnee in den Bergen nicht dauernd herumrennen kann, sondern brav hinter den lahmen Zweibeinern laufen soll und warten wenn die stillstehen. Da ich nun ein respektabler Hund bin darf ich nämlich auf grösserer Exkursionen mit. Für die Ausflüge im Flachland habe ich eine Schwimmweste und eine wasserdichte Sturmjacke bekommen, damit ich auch im Kanu nicht schlottern muss.

Die Sturmjacke ist aber auch praktisch für den Abendspaziergang bei Vollregen. Ich werde nämlich nicht gern nass vor dem ins Bett gehen. Ich rase im Haus hin und her und verkrieche mich dann unter meinem Kuschelkissen und stecke nur den Kopf hinaus.

Mit 6 Monaten habe ich die obligatorische Schulzeit hinter mich gebracht und gehe seitdem nicht mehr in den Jungehundekurs, sondern mit ausgewachsenen Hunden in den Familienhundekurs. Ich bin wie überall die Jüngste aber ich habe ja immer meinen Ohrenbonus. Die Erwachsenen können mir auch nichts mehr vormachen und sie behandeln mich nun als Ihresgleichen. Ich bin sogar schon fast so schnell wie meine Freundin Lulu, die in der Hundeschule immer alle abgehängt und in der Seeanlage komme ich inzwischen einigermassen meinem Freund dem Irish Setter hinterher. Zweibeiners sagen sie hören mein Frustjapsen immer seltener und müssen besser hinsehen wo ich gerade hinterher rase.

Als nun fast erwachsener Hund, muss ich mich natürlich auch als solcher benehmen und das ist manchmal anstrengend vor allem wenn meine Hundefreunde da sind. Ich spiele doch so gern mit ihnen und turne rum. Ich bin aber schon ganz brav und warte an der Leine vor der Bäckerei und bleibe sogar sitzen bis der Frisbee endlich losgeschossen wird. Fangen kann ich ihn auch schon ganz gut, nicht wie am Anfang. Die Fresshäppchen die in meine Richtung fliegen erwische ich schon längst alle.

Ihr fragt Euch wahrscheinlich was ich denn in der obligatorischen Grundschule ausser warten gelernt habe. Also neben dem übliche Hunde ABC bin ich Bus gefahren, ins Restaurant gegangen und ich habe viele Begegnungen mit den merkwürdigsten Hunden (Bassets) und Menschen (Weihnachtsmänner mit Batterie-Wackelhut) geübt. Ich habe sogar Maulkorbtraining gemacht, nicht nur weil wir Irish Terriers im Kanton Zürich zu den grossen und massigen und deshalb gefährlichen Hunden zählen, sondern weil wir Hunde in den Nachbarländern ohne dem Ding nicht ÖV fahren dürfen. Ich hoffe für Euch dass dies in Deutschland nicht so ist.

Seit ich mich das letzte mal gemeldet habe, habe ich viel erlebt. Vor dem Wintereinbruch bin ich noch mal Paddeln gegangen und ich war im Oktober auch nochmals in den Bergen zum holzen und ich habe beim Putzen des Wassergrabens geholfen und viele Ästchen heraus geangelt. Ich habe eine Gämse vor dem Haus erblickt, ich beobachte ja immer wachsam die Umgebung. Zweibeiners haben sie natürlich erst gesehen weil ich einmal tief geknurrt habe. Blöd, so haben sie mich sofort zurückgepfiffen, als ich hinrennen wollte. Danach haben Sie mich in der Dämmerung angebunden, dabei hätte ich sicher wieder nach Hause gefunden. Naja Zweibeiners sind halt so, da ist nichts zu machen.

Aber trotzdem ist es in den Bergen sehr spannend. Ich habe dort auch viel über das Wetter gelernt. Der Föhnsturm ist warm und man kann die Nase so schön in die Luft halten und Italien erschnuppern. Dabei flattern die Ohren dann nach hinten - Wittern und Lauschen geht also nicht gleichzeitig. Als es dann nicht mehr gewindet hat wurde es kalt und auf einmal hat es so nasse weisse Flocken gegeben die auf meinem Pelz kleben blieben. Ich wurde dann ein Weilchen Bambi gerufen. Ich habe die ja im Tierpark gesehen, aber ich steh ja nicht dauern so blöd in der Wiese rum wie dies Damhirsche, sondern pass immer überall auf.

Ich habe inzwischen gelernt, dass das weisse Zeug Schnee ist. Wenn es mehr davon hat, kann man herrlich darin herumschnüffeln, alles riecht viel intensiver. Und die Zweibeiner machen Schneebälle, denen ich dann nachsetzen kann. Allerdings konnte ich bei dem Schnee meinen Knochen nur sehr behelfsmässig zwischen die Steine der Trockenmauer stecken, verbuddeln ging gar nicht mehr - alles war gefroren. Ich habe dafür gemerkt, dass Eis sehr lecker ist. Wenn ich im kleinen Sumpf im Garten die Eisschicht durchbrechen kann, ist es darunter schön matschig moorig und das Eisstück schmeckt herrlich danach. Komischerweise verbieten mir meine Zweibeiner diese Delikatesse heimzubringen und genüsslich im Hundebett zu zu schlecken. Überhaupt tun die saublöd und nennen mich dann Moorsäuli. Dabei sahen die beim Wassergraben putzen in den Bergen schwärzer aus als ich. Aber nun nehmen mir diese Spielverderber nicht nur meine Trophäen weg, sondern rennen mit einem widerlichen Lappen hinter mir her um meinen Bart und die Pfoten zu putzen. Dabei hab ich schon oft zugesehen wie sie ein Glacestängeli lutschen und dann auch schwarz verschmiert sind. Ich sorge natürlich ganz gut selbst für meine Sauberkeit und ich bade meine Pfoten mindestens jeden Abend imSee und auch mal unterwegs auf dem Spaziergang. Wenn ich mal nass werde, rubbeln mich meine Zweibeiner ab oder setzen mit meinem Bademantel ins Auto, dass lass ich über mich ergehen, aber dieses Bartputzen ist einfach ekelhaft. Und dann drohen sie auch noch mit der Dusche für Pfoten und Bauch!

Wir machen immer noch lange Spaziergänge im Wald. Im Herbst gab es Blätter zum jagen und ich habe Bucherker und Eicheln im Laub gesucht und viele gefressen. Danach gab es Schnee und Eis zum spielen und fressen und nun hat es wieder viel Matsch und nur hie und da einen Eiswürfel in einer Pfütze. Ich mag auch den Vitaparcours, da kann ich über die Balken hopsen und dann hat es auch einen Waldlehrpfad mit verschieden Untergründen, die Runde mach ich auch immer. Ab und zu kommen wir auch bei den Wollschweinen vorbei, die kleinen mit den Streifen sind nett, die grossen stinken und da bin ich sehr vorsichtig.Auch Rinder egal welcher Art sind mir immer noch nicht geheuer. Manchmal treffen wir auch wilde Tiere, wie Reiher und so. Vögel interessieren mich aber eh nicht, ich hab schon lang gemerkt dass die schneller fliegen als ich rennen kann und das Reh habe ich vor lauter Frisbee suchen leider verpasst. Im Wald muss ich nämlich immer fest aufpassen, meine Zweibeiner sind so unbegabt, sie verirren sich dauern und ich muss sie dann alle suchen. Ausserdem werfen sie immer noch alles weg oder verlieren es und ich muss es dann suchen und bringen. Ich denke ohne mich wären die total aufgeschmissen. Zweibeiners behaupten aber, sie tun dies absichtlich, damit ich üben kann. Wer's glaubt!

Ich habe jedenfalls vor im Sommer Weiterbildungskurse zu besuchen damit sich meine Zweibeiner nicht noch total verlaufen. Ich übe bereits Sanihund dazu habe schon einen Bringsel bekommen. Wenn ich den apportieren kann, darf ich in den Plausch-Sanihundekurs mit meinem Hundefreunden aus der Hundeschule.

Zweibeiners meinten ich könnte mir ja auch mein Futter selber verdienen wenn ich gross bin und nächstes Jahr Trüffel suchen lernen. Ich habe von einer Freundin einen Trüffel gekriegt und suche den nun überall im Haus. Zweibeiners verstecken ihn brav für mich und geben mir immer ein Leckerli wenn ich ihn bringe.

Ich finde eigentlich, ich tue schon ganz viel als Familienhund und verdiene mein Fressen. Ich habe nun auch einen neuen Nebenjob, ich bin nämlich erster Probeclient für die neue Tiertherapie meiner Zweibeiner. Das ist echt super, ich darf auf dem Tisch bequem auf einer Matratze liegen und werde mit total entspannenden Programmen verwöhnt. Ich kann mich kaum zurückhalten auf den Behandlungstisch zu springen, wenn die anfangen. Runter will ich dann am Ende auch nicht so rasch, ich muss mich nach dieser Tiefentspannung zuerst wieder umstellen. Während ich mich also sammle, werde ich dann immer gelobt und gestreichelt und Alle sagen mein Fell fühle sich nach der Behandlung viel weicher an als vorher. Ich fühle mich auf alle Fälle hundewohl in meinem Fell und bin total zufrieden. Ich habe auch schon gute Erfahrungen mit all den Produkten meiner Zweibeiner gemacht. Alle Zecken, Schrammen und Kratzer sind sofort geheilt und das Zeug schmeckt erst noch gut. Ich habe es schon meinen Hundekollegen empfohlen und meinen ängstlichen Freunden samt gestressten Zweibeinern jetzt auch Tröpfchen für den Silvester gegeben.

Bei meinem beiden Zweibeinern ist allein der Familienhundejob schon ganz anstrengend. Sie müssen dauernd daran erinnert werden, dass Spazier-, Spiel- oder Schmusezeit ist und ich bin wie gesagt zuständig für all das Suchen und Bringen. Ich schau auch dazu, dass sich Alle Zweibeiner auf den Spaziergängen nicht verlaufen, eifrig bewegen und fit bleiben und dass in der Paddelpause niemand bewegungslos rumsteht und friert. Zudem überwache ich alle Kochvorgänge zuhause und in der Schulküche und wenn immer möglich versuche ich selbstlos alles vorzukosten, damit sich niemand eine Magenverstauchung holt. Am anstrengendsten ist meine Aufgabe als Wachhund und Begrüssungskomitee. Ich muss immer sofort als erste an der Türe sein und melden wenn jemand kommt. Bekannte und alle Pöstler begrüsse ich dann überschwänglich, sonst müssten die immer so lang rumstehen bis Zweibeiners endlich an der Türe sind. Fremde inspiziere ich ob sie sympathisch sind und ich gebe dann meine Meinung weiter. Eifacher ist die Aufgabe wenn ich vore der Türe in der Wintersonne liege. Und dann ist da diese unausstehliche Katze, die immer ums Haus schleicht. Manchmal schaffe ich es sie auf den Baum zu jagen, meist entwischt sie mir aber über den Haag. Zweibeiners finden das Viech auch unausstehlich, aber sie sind nicht so fürs Jagen. Kein Wunder die haben eh keine Chance.

Zugegeben bin ich mit der Gartenarbeit etwas fauler geworden, es gibt im Winter weniger Arbeit. Mäusekontrolle und Grabarbeiten fallen wegen Frost aus und zu ernten gabs im Herbst nur noch die letzten faden Himbeeren.Das Ästchen schreddern macht in der Stube weniger Spass als draussen und neue machen Zweibeiners auch nicht. Dafür habe sie einen ganzen Baum in die Stube geschleppt. Wir waren extra beim Bauern und haben einen ausgesucht, das war echt spannend. Ich habe dann die abgeschnittenen Ästchen brav geschreddert. Den Baum überlass ich aber Zweibeiners, die haben mir erklärt dass es ein Christbaum ist und nicht zum schreddern da ist. Dafür habe ich ein Schaf als Weihnachtsgeschenk gekriegt.

Ich wünsche Euch allen ein ganz schönes neues Jahr.

Und ich wünsche meiner Tante Frida viel Glück bei der Familienvergrösserung, ich freue mich schon auf neue Cousins.

Eure Dílis

Und hier nun die neuen Beweisfotos zu Dìlis' ausführlichem Bericht.

Weihnachtsgeschenk2